Konfirmation

Zeit für junge Menschen

Zwei Jahre Zeit für jungen Menschen und ihre Fragen. Sie kommen entweder bereits als Viertklässler, also mit zehn Jahren, oder wie noch vielfach die Regel mit zwölf. Sie erleben Gemeinde, feiern die Gottesdienste mit und hören und diskutieren, was es heißt als getaufter Mensch zu leben. Pastorinnen und Pastoren, Diakoninnen und Diakone oder ehrenamtlich Mitarbeitende nehmen sich Zeit.

Die Mädchen und Jungen singen alte und neue Lieder, lesen in der Bibel, lernen Worte kennen, die durch die Jahrhunderte Menschen auf verschiedene Weise wichtig waren. Nicht wenige von ihnen nehmen die Bibel zum ersten Mal in die Hand. Sie entdecken spannende oder schwer verständliche Texte. Am meisten jedoch interessiert sie, was diese Texte für Menschen bedeuten.

Jetzt geben sie selbst eine Antwort

Es ist der nachgeholte Taufunterricht, der damals zu ihrer Taufe nicht möglich war. Und ebenso feierlich wie damals die Taufe wird nun die Konfirmation gefeiert. Konfirmieren heißt zu Deutsch bestätigen oder befestigen. Aber nicht durch die Kirche oder die Erwachsenen. Jetzt sind es die Mädchen und Jungen selbst, die eine Antwort auf das Gehörte und Erlebte geben.

Am Ende des gemeinsamen Weges steht die Hoffnung der Begleiterinnen und Begleiter, dass dieser nicht im Sand verläuft. Und gewiss bleiben Erinnerungen nicht nur an die Gemeinschaft und das Miteinander.

Doch zunächst wird ein Fest gefeiert. Feierlich ziehen die Mädchen und Jungen in den Gottesdienst ein, begleitet von den hauptamtlich oder ehrenamtlich Mitarbeitenden und den Kirchengemeinderäten. Oft haben sie den Gottesdienst mitgestaltet. Sie bringen ein, was ihnen als Antworten oder Texten oder Liedern wichtig geworden ist oder ihren gefallen gefunden hat.

Aufbruch statt Ende

„Die Kindheit starb, nun trägt er Trauer und hat den Anzug schwarz gewählt“, dichtete Erich Kästner zu einem damaligen Konfirmationsfoto. Tatsächlich war die Konfirmation lange Zeit das Fest, an dem die erste lange Hose getragen wurde. Für die Jungen begann die Berufsausbildung, die Mädchen „gingen in Stellung“. Konfirmation als Eintritt in die Lebenswelt der Erwachsenen. Heute werden an diesem Tag Turn- gegen Lederschuhe getauscht, Jeans gegen Stoffhose oder Rock, Pullover gegen Hemd oder Bluse. Die Lebenswelt der Erwachsenen hatte die Mädchen und Jungen bereits vorher eingeholt.

Seit dem 19. Jahrhundert, als man die Taufe erst mit jenem feierlichen Gelübde zur Konfirmation gültig sein ließ, haben sich Inhalt und Form der Konfirmation verändert. Das Recht, Pate oder Patin zu werden, oder das Recht, am Abendmahl der Gemeinde teilzunehmen ist die eine Sache dieses Festes. Der Abschluss einer gemeinsamen Wegstrecke eine andere. Doch das sollte nicht das Ende des Weges sein, sondern kann ermuntern zum Aufbruch. Im Gepäck die Freude und das Staunen über das, was die Mädchen und Jungen und die Gemeinde bislang miteinander entdecken konnten und noch können.

e-wie-evangelisch

„Die alten Schuhe, Kleider und Rollen passen nicht mehr, aber die neuen passen auch noch nicht wirklich“, schreibt Fitz Großmann zum Stichwort Konfirmation.

e-konfirmation.de