Nordfriesland meckerfrei

Die Initiatorinnen
Jutta Jessen-Thiesen, Susanne Kunsmann und Claudia Hansen (v.li.) freuen sich über den Erfolg der Aktion "NF meckerfrei". Bild: Klaus-Uwe Nommensen

Nicht meckern: Eine tolle Geschichte

Meckern die Nordfriesen nun nicht mehr? Die lila Punkte auf einer Landkarte des Kreises lassen dies vermuten. Große Flächen dort sind damit vollkommen bedeckt. Antwort auf die Frage gaben die Initiatorinnen der Aktion „NF-Meckerfrei“ zum Abschluss ihrer Kampagne vor der Presse.

Seit März hatten Jutta Jessen-Thiesen vom Zentrum für Mission und Ökumene in Breklum, Claudia Hansen als Referentin für Frauenarbeit und Susanne Kunsmann, Diakonin im Evangelischen Kinder- und Jugendbüro, 10.000 Armbänder verteilt. Damit waren die Erwartungen der drei Frauen weit übertroffen worden.

Die Armbänder sollten dazu anregen, weniger zu meckern oder zu jammern. Denn bei einer solchen Äußerung sollten sie von einem Handgelenk auf das andere gewechselt werden. Ziel war es, das Armband 21 Tage auf einer Seite zu tragen.

„Das hat wohl niemand geschafft“, räumte Susanne Kunsmann ein. Aber es habe ein Austausch stattgefunden über negatives Kritisieren und seine Folgen. Die Menschen hätten über ihre Kommunikation nachgedacht, ergänzte Jutta Jessen-Thiesen. Natürlich sei Kritik erlaubt, aber sie müsse weiterführen. Die Menschen hätten während der Aktion darüber nachgedacht, dass Jammern, Klagen oder Meckern zu nichts führt. Zudem ist das Tragen der Armbänder wahrgenommen worden und habe so manchen Gesprächsanstoß gegeben

Jede der drei Frauen wusste zu berichten, wie Einzelne oder Gruppen eigene Ideen entwickelt hätten, mit dem Armband umzugehen oder den Sinn zu kommunizieren. So habe eine Schule in Klixbüll die Idee übernommen und eigene Bänder gemacht. In einer Schule in Bredstedt sei eine 9. Klasse zu „Meckerfrei-Trainern“ ausgebildet worden. Eine Frau habe entdeckt, wie oft sie und andere Frauen an sich selbst kritisieren. Das Armband habe so auch ein Nachdenken über den Umgang mit sich selbst angestoßen.

Die Aktion sei „eine tolle Geschichte im Kirchenkreis gewesen“, lobte Propst Jürgen Jessen-Thiesen das Engagement der Frauen. Es habe auch eine große Ausstrahlung über die Grenzen des Kirchenkreises hinaus gehabt und eine hohe Akzeptanz erreicht. Das Ziel, Menschen zum Nachdenken anzuregen, sei erreicht worden, erklärte der Propst und dankte den Initiatorinnen.

Sie hatten die ursprünglich aus den USA stammende Idee durch den Flensburger Pastor Klaus Guhl kennengelernt. Die „Aktion Mensch“ förderte ihr Anliegen. So konnten die Armbänder kostenlos verteilt werden.

Darf nun nach dem offiziellen Abschluss der Kampagne wieder gemeckert werden? Natürlich verneinten die Frauen diese Frage. Um Nachdenken und Gespräche über negative Kritik lebendig zu halten, haben sie Postkarten drucken lassen. Ein Text aus dem Talmud darauf erklärt, welche Folgen negative Gedanken für das eigene Handeln, die Gewohnheiten und den Charakter haben können. Die Karten werden ebenfalls kostenlos verteilt.

„Achte auf deine Worte, denn deine Worte spiegeln deine Gedanken wider, und deine Gedanken strukturieren deine Welt.“

Will Bowen

Bänder sind verteilt

Alle 10.000 Nordfrieslandbänder sind inzwischen alle verteilt. Aber es geht auch anders:

• Zum Beispiel mit einem Stein in der Hosentasche, der von einer Seite auf die andere wandert.

• Aus ökologischen Gründen könnte man auch recyceln: Wer  durchgehalten hat, gibt sein/ihr Band weiter. Wer aufgegeben hat auch, aber lieber nicht.

• Pfiffig ist auch die Idee, sich ein Band zu häkeln.

• Lila Bänder gibt’s weiterhin bei  Klaus Guhl. www.meckerfrei-zone.de

• Oder man verwendet die Segensbänder vom Amt für Öffentlichkeitsarbeit. http://www.bestellung-nordkirche.de/restposten.html. (Es geht ja darum segensreich also gut oder wohltuend  zu  reden und nicht destruktiv.)

Kontakt und Information

Photo of Claudia  Hansen
Claudia Hansen
Kirchenstr. 4
, 25821 Breklum
04671 6029-924
Photo of Jutta  Jessen-Thiesen
Pastorin Jutta Jessen-Thiesen
Kirchenstr. 4
, 25821 Breklum
04761 9112-35
Photo of Susanne  Kunsmann
Susanne Kunsmann
Uhlebüller Str. 22
, 25899 Niebüll
04661 1462
Termine

Nutzen Sie die Gelegenheiten, um das lila Band und seine Idee kennenzulernen. Hier bekommen Sie auch Impulse, um die Idee weiter zu geben.

Die Regeln

Die Spielregeln, um dem Miesepeter ein Schnippchen zu schlagen, sind ganz einfach. Also auch das Mitmachen.

Karte

Die lila Armbänder breiten sich über ganz Nordfriesland aus. Wie rasch, das können Sie hier auf der Karte wöchentlich verfolgen.

Das Projekt

Das Projekt „Meckerfreie Zone“ soll helfen, nicht immer das Negative im Blick zu haben, sondern sich gegen den Miesepeter zur Wehr zu setzen.

Die Idee

Mit einem lila Armband soll sich 2014 zwischen Eider und dänischer Grenze die Idee einer meckerfreien Zone ausbreiten.

Das Ziel

Ziel ist, das Band 21 Tage am Handgelenk zu tragen und damit: 21 Tage leben ohne jammern, nörgeln, klagen, meckern ...

Das Armband

Ein lila Armband hilft, immer weniger bis gar nicht zu meckern. Wo Sie es in Nordfriesland bekommen, erfahren Sie hier.

Texte

In vielen Kulturen und Religionen sind Menschen sin bewusst, welche Wirkung Gedanken, Worte und daraus entstehende Taten haben.

Psychologisches

Das Spiel mit dem Armband hat durchaus einen psychologischen Hintergrund, denn unser Gehirn verhält sich nicht nicht statisch.

Dieses Projekt wurde gefördert von