< Mitgefühl und Friedenswunsch
15.02.2017
Von: Florian Stahl

Voraussetzung war eine Unbedenklichkeitsbescheinigung

BREKLUM. Eine Frau, die Kirche vor allem als Gemeinschaft versteht, „die Mut macht und in der Menschen besonnen und liebevoll miteinander umgehen“, hat am Sonntag in Breklum das Ansgar-Kreuz verliehen bekommen. Der Kirchenkreis Nordfriesland dankt mit dieser Auszeichnung Heinke Mahrt unter anderem für ihr Engagement als Kirchenkreisrätin und als Mitglied der Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland.


Gratulantion für Heinke Mahnt

Glückwünsche und Geschenke nach dem Gottesdienst: Heinke Mahrt mit Pastor Andreas Schulz-Schönfeld (links) und Propst Dr. Kay-Ulrich Bronk (rechts). Bild: Florian Stahl

Worte aus dem 2. Timotheus-Brief, zitierte Propst Dr. Kay-Ulrich Bronk in seiner Ansprache während des Gottesdienstes. Sie lägen im „geistlichen Schatzkästchen“ von Heinke Mahrt: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“. Für den Propst entstammen diese Worte einer gründlichen Lebenserfahrung und eben auch der Lebenserfahrung von Heinke Mahrt.

Nachdem sie mit Bibelstunden und Jugendgruppen in Breklum aufgewachsen war, begann sie ein Lehramtsstudium der Theologie. Zu jener Zeit bedurfte es dafür noch einer Unbedenklichkeitserklärungen für die junge Studentin durch ihren Ortspastor.

Von 1996 bis 2008 war Heinke Mahrt Mitglied im Kirchenvorstand in Drelsdorf, ab 2005 Vorsitzende. Wegen der damals unbesetzten Pfarrstelle übernahm sie den Konfirmationsunterricht, parallel setzte sie sich mit einem Brief an den Bischof erfolgreich für eine neue Pastorin ein. Auch das Pastorat wurde in ihrer Zeit renoviert. Heinke Mahrt hat auch an der Planung zum Weltgebetstag und im Kindergartenausschuss teilgenommen – den Gemeindebrief verteilt sie bis heute.

Zu diesen regelmäßigen Spaziergängen kommen noch regelmäßige Autofahrten für ihr Engagement auf Kreis- und Landesebene hinzu. Seit 2002, also schon vor der Kirchenkreisfusion, nimmt sie an den Kirchenkreissynoden teil, sie saß im Kirchenkreisjugendausschuss und im Kirchenkreisvorstand Husum-Bredstedt. Seit 8 Jahren ist Heinke Mahrt Mitglied im Kirchenkreisrat des Kirchenkreises Nordfriesland und im Nominierungsausschuss des Kirchenkreises. Ebenfalls seit 2009 ist sie Mitglied der Landessynode der Nordelbischen Kirche und seit 2012 der Nordkirche. Dort, so sagt Heinke Mahrt selbst, hätte sie viel gelernt. Auf diesen  Ebenen funktioniere die Kirche mehr als Institution.

Das schlösse aber nicht aus, so spannt Propst Kay-Ulrich Bronk den Bogen, dass die Kirche vor allem die Gemeinschaft der Heiligen ist: „Wäre sie nur Gemeinschaft der Heiligen, dann lauerten moralische Überforderung und Überheblichkeit an ihren Rändern und ihr würde jede gesellschaftliche Bedeutung abgehen. Wäre sie nur eine Institution, lauerte an ihren Rändern pure Gesetzlichkeit und ihr würden Mitte und Wärme fehlen. Das eine geht nicht ohne das andere.“

Auch sei die Kirche „der einzige Raum in dieser Gesellschaft, in dem von Gnade die Rede ist“. Sie helfe, in der Gewissheit zu leben, von guten Mächten getragen zu sein. Für diese Dimension des Lebens stehe Heinke Mahrt als Christenmensch, als Ehrenamtliche und auch als Religionslehrerin ein. Damit reihe sie sich in eine lange Kette von Christuszeugen ein, gemeinsam mit dem Heiligen Ansgar, dem Missionar des Nordens des 9. Jahrhunderts. Das nach ihm benannte Kreuz ist ein Dankzeichen der Nordkirche an Gemeindeglieder, die sich durch beispielhaftes Auftreten für einen tätigen Glauben auszeichnen.

Nach dem Gottesdienst fand noch ein Zusammensein im Lutherhaus, dem Gemeindehaus in Breklum, statt. Die Blockflötengruppe, der Heinke Mahrt selbst angehört, gab ein überraschendes Spiel; es wurden drei weitere, teils persönliche Reden gehalten, und zum Schluss ergriff Heinke Mahrt selbst noch einmal das Wort. Ihr Mann hätte es ihr zwar „verboten“, doch auch ihrer Familie Dank zu sagen, das war ihr wichtig.