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04.03.2017
Von: Klaus-Uwe Nommensen

Nordfriesische Ideen und Projekte ausgezeichnet

TRAVEMÜNDE/NORDFRIESLAND. Zwei Mal konnten Vertreter und Vertreterinnen des Kirchenkreises Nordfriesland auf der Landessynode der Nordkirche eine Auszeichnung entgegennehmen. Den Sonderpreis für die beste Fundraisingkampagne 2015 erhielt der Kirchenkreis Nordfriesland für das Projekt „ProGedenkstätten-Friedenslicht: eine Rose für die Erinnerungskultur in Schleswig-Holstein“. Das „Gemeindefrühstück“ der Kirchengemeinde St. Nicolai in Wyk auf Föhr wurde für das Engagement im Bereich von Flüchtlingsarbeit und Integration mit dem „Nordstern“ ausgezeichnet.


Nicht mehr so fremd: Das „Gemeindefrühstück“ in Wyk verbindet. Bild: Edwin Becker-Wichmann

„Der Nordstern“ wurde von der Nordkirche 2016 ins Leben gerufen. Mit diesem Preis zeichnet die Landessynode Menschen aus, die Initiative ergreifen und sich für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung einsetzen. In jedem Jahr hat der Preis ein Schwerpunktthema. Der Nordstern 2017 fördert das Engagement im Bereich Flüchtlingsarbeit und Integration.

Jeder bringt mit was er kann

Einer der drei Nordsterne wurde während der Frühjahrstagung der Landessynode an die Wyker Kirchengemeinde verliehen. Seit dem Frühjahr 2015 kommen einmal im Monat Einheimische und Geflüchtete im Gemeindehaus der Inselgemeinde zusammen um gemeinsam zu frühstücken. Jeder bringt mit was er kann. Die Vorbereitung und die Zeit an den Tischen ermöglichen das gegenseitige Kennenlernen und bieten den Geflüchteten Gelegenheit zum Deutschsprechen. Auch gemeinsame Aktionen werden geplant.

Das „Gemeindefrühstück“ biete Gemeinschaft und die Sehnsucht danach auf, die besonders in der Fremde zu spüren sei, stellte die Hamburger Synodale Elisabeth Lingner in ihrer Laudatio heraus. Mit einer einfachen Idee werden Menschen in elementarer Weise zusammengebracht und dabei die kulturellen Besonderheiten wahrgenommen, so die Synodale weiter.

Das Projekt strahle auf die gesamte Insel aus, wusste Pastor Edwin Becker-Wichmann aus Wyk zu berichten. Das „Gemeindefrühstück“ umfasse alle Altersgruppen und habe neue Idee hervorgebracht und sei zum Beispiel mit der Kommune und der Kindertagesstätte vor Ort gut vernetzt.

Eine Rose als Friedensbotschafterin

Das Projekt „Eine Rose für die Erinnerungskultur“ wurde mit dem Sonderpreis für das erfolgreichste Fundraisingkonzept ausgezeichnet. Im Mai 2015 war eine eine extra gezüchtete Friedenslicht-Rose getauft worden. Seitdem wird vom Züchter für jede verkaufte Pflanze ein Euro für die Arbeit der schleswig-holsteinischen Gedenkstätten gespendet. Hinzu kommen Spenden aus den Lizenzen für den Verkauf im Ausland.

Hier stehe nicht der moralische Appell im Vordergrund, betonte Propst Kay-Ulrich Bronk in seiner Laudatio. „Vielmehr wird den Menschen dieses Landes – durch die Blume gesagt – dass wir angesichts der deutschen Geschichte die Verpflichtung haben, die Schleswig-Holsteinischen Gedenkstätten ausreichend zu finanzieren“. Bronk würdigte in diesem Zusammenhang die hohe Glaubwürdigkeit und Kompetenz der Projektleiterin Karin Penno-Burmeister.

„Die neue Rose soll helfen, die friedenspädagogische Arbeit der Gedenkstätten und Erinnerungsorte in Schleswig-Holstein zu finanzieren. Das wird auch gelingen“. Dessen ist sich der Propst sicher. Denn zehn Jahre lang werden bis zu 20.000 Euro pro Jahr aus dem Verkauf und aus den Lizenzen erwartet. In der Pflanzperiode bis Herbst 2016 wurden 3700 Rosen verkauft und 10.000 stehen jetzt bereit.