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10.05.2017
Von: Sonja Wenzel

Bahnsteigdienst

HUSUM. „Hoffnung geben, wo Menschen leben“ – so lautete das Motto des diesjährigen „Tag der Bahnhofsmission“. Auch die Husumer Einrichtung, direkt neben dem Bahnhofsgebäude gelegen und eingebettet in das Diakonische Werk Husum, zeigte Flagge und beteiligte sich an der Veranstaltung, an der bundesweit mehr als 70 Bahnhofsmissionen teilnahmen.


Andacht auf dem Bahnsteig

Andacht auf dem Bahnsteig zum Tag der Bahnhofsmission in Husum. Bild Sonja Wenzel

„Es ging darum, Gelegenheit zu Begegnungen zu schaffen und für weiteres ehrenamtliches Engagement zu werben. Darüber hinaus sind über 60 Personen gekommen, die sich über unsere Arbeit informiert haben und überrascht waren, wie groß die Bahnhofsmission Husum doch eigentlich ist und auch, welch vielfältiges Angebot wir vorhalten. Es hat viele interessante Gespräche mit den Besuchern gegeben“, sagte Erk Paulsen, verantwortlich für die dienstlichen Abläufe in der Bahnhofsmission und für die Wohnungslosenhilfe. Dazu der Geschäftsführer des Diakonischen Werks Husum, Volker Schümann: „Es ist ein besonderes Merkmal der Husumer Bahnhofsmission, dass sie nicht nur den klassischen, originären Bahnsteigdienst für Menschen mit Assistenzbedarf abdeckt, sondern eine Reihe weiterer, einfacher, aber unbedingt notwendiger Dinge bereithält, die Menschen in schwierigen Situationen das Leben erleichtern. Dazu gehört, neben der Suppenküche und den Übernachtungs- und Hygienemöglichkeiten, die unmittelbar angegliederte Wohnungslosenhilfe in eigenen Räumen.“

Doch da das „Herzstück“ der Bahnhofsmission seit über 100 Jahren – in Husum seit knapp 80 Jahren – der Bahnsteigdienst ist, begannen die Feierlichkeiten am Fernbahnsteig, zwischen Gleis 4 und 5 – freilich unter großer öffentlicher Beachtung. Der Husumer Posaunenchor umrahmte mit seinem weichen, fülligen Klang die Veranstaltung, und wer mitsingen wollte, war herzlich dazu eingeladen. Propst Jürgen Jessen-Thiesen hielt eine Andacht zum Thema „Hoffnung und Nächstenliebe“ – passend zum diesjährigen Motto. Wer wollte, konnte von den Leckereien probieren, die das Team der Suppenküche der Bahnhofsmission unter der Leitung von Frauke Tramm gezaubert hatte; und es ist schon gute Tradition, dass alle Mitarbeitenden ihre Verbundenheit mit der Bahnhofsmission zeigen, indem sie selbstgefertigtes Gebäck mitbringen und somit das Kuchen- und Tortenbuffet bereichern: Die Stärkungen wurden vom Publikum gut angenommen.

Die Veranstaltung wurde unterstützt mit 500 Euro von der Stiftung der Deutschen Bahn AG. Volker Schümann und Erk Paulsen dankten dem Kreis Nordfriesland und der Stadt Husum für die jahrelange vertrauensvolle Kooperation und die finanzielle Unterstützung sowie allen Spendern und Wegbegleitern, die die Bahnhofsmissions-Arbeit in dieser Form möglich machen.

Die Bahnhofsmission ist immer auf Spenden angewiesen und sucht freiwillige Helferinnen und Helfer (04841 2539).