< Überraschung auf der Synode des Kirchenkreises
03.07.2017
Von: Klaus-Uwe Nommensen

Tauffest: „Es war toll, in solch einer großen Gemeinschaft“

BREKLUM. Die Kinder staunten nicht schlecht. Propst Jürgen Jessen-Thiesen hatte für den Gottesdienst zum ersten Tauffest des Kirchenkreises ein Geschenk mitgebracht, eine große Truhe. Neugierig scharrten sich die Kinder um die Truhe, als sie endlich geöffnet wurde. Was sie entdeckten, waren ihre Spiegelbilder. „Ihr seid das große Geschenk“, sagte der Propst den Kindern.


Gespannt öffnen Propst Jürgen Jessen-Thiesen und die Kinder die große Truhe, in der ein besonderes Geschenk sein soll. Bild: Klaus-Uwe Nommensen

600 Gäste waren nach Breklum gekommen, um im Park des Christian Jensen Kollegs dieses Fest zu feiern. 63 Kinder aus 13 Gemeinden waren zur Taufe angemeldet worden. Gespannt saßen die Familien und ihre Gäste an geschmückten Tischen in und um ein großes Festzelt herum. Im umliegenden Park waren die Taufstationen aufgebaut worden. Pastorinnen und Pastoren aus den entsprechenden Gemeinden waren gekommen, um „ihre“ Kinder dort zu taufen. Eine eigens zusammengestellte Band und ein Posaunenchor gestalteten den Gottesdienst musikalisch.

„Du bist ein Geschenk“ war das Thema dieses ersten Tauffestes. Und nachdem Pastorin Katja Pettenpaul mit Hilfe einer Weltkugel anschaulich den Taufbefehl Jesu erklärt hatte, hatte Petra Mewes auch verschiedene kleine Geschenke parat. Aber verhüllt und mit einer großen Schleife versehen wartete die große Überraschung. Gemeinsam mit Petra Mewes und dem Propst packten die Kinder aus. Ein Schlüssel musste noch her, um dann endlich die Truhe öffnen zu können.

Nach dieser anschaulichen Predigt war es dann soweit. Die Familien zogen zum Taufbecken. Die Farbe der Decken auf ihren Tischen wies ihnen den Weg zu ihrer Taufstation. Eine große Kerze und Taufwasser wurden von Licht- und Wasserträgern vorangetragen. Viel Zeit widmeten die Pastorinnen und Pastoren den Kindern und Familien in der besonderen Atmosphäre des Breklumer Parks. In einem großen Kreis saßen und standen Kinder, Eltern, Paten, Großeltern um die jeweilige Taufstation. Aus einigen Familien ließen sich gleich mehrere Kinder taufen.

Ein Einladungsbrief, eine Postkarte oder ein Zeitungsartikel hatte die Familien auf dieses Fest aufmerksam gemacht und sie angestoßen, „es endlich zu tun“. Terminschwierigkeiten, die Scheu, allein in einer Kirche im Mittelpunkt zu stehen, waren einige Gründe für das bisherige Zögern. Größere Kinder hatten signalisiert, dass sie es toll fänden, „in der Gemeinschaft mit anderen getauft zu werden“. So waren es auch die große Gemeinschaft und die besondere Atmosphäre bei der Taufe, die alle in ihrer Entscheidung bestätigten, diese Möglichkeit der Taufe gewählt zu haben. „Fröhlich“, „locker“, „besonders“, so beschrieben sie das Erlebte und: „Es war toll, in solch einer großen Gemeinschaft die Taufe feiern zu können“.

Nach dem Gottesdienst lud der Kirchenkreis zum Kaffeetrinken ein. 60 Torten, Plattenkuchen und belegte Brötchen waren dafür geordert worden und natürlich auch genug Kaffee und Erfrischungsgetränke. Die Kinder nutzen die Gelegenheit der vom Evangelischen Kinder- und Jugendbüro angebotenen Spielmöglichkeiten. Einige tobten sich auf der Hüpfkirche aus, andere spielten konzentriert am Wassermobil. Die großen probierten die Bigballs aus.

Die Anregung zu diesem Tauffest brachte Henning Möller ein zum Ideenwettbewerb des Kirchenkreises im Jahr 2015. Der Kirchenkreisrat beschloss, die Idee aufzunehmen und stellte 35.000 Euro zur Verfügung aus seinem Fonds für innovative Ideen. Eine Projektgruppe aus Theologen, Pädagogen und Ehrenamtlichen unter der Leitung von Pastorin Philine Pawlas begann im September 2016 zu planen. Eine weitere Gruppe widmete sich der Vorbereitung des Taufgottesdienstes. Es ist möglich, dass der Kirchenkreis in zwei Jahren ein weiteres Tauffest anbieten wird.