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20.10.2017

Nominiert für den Deutschen Bürgerpreis

Fresenhagen – Endlich: Die Herbstferien haben angefangen, Schülerinnen und Schüler genießen die Zeit zum Ausschlafen, zum Chillen oder um Freunde zu treffen. All das mag Ann-Kathrein Gräning auch ganz gerne. Aber bevor sie sich richtig ausruhen kann, will sie erst einmal alles „abarbeiten“, was bei ihr noch auf der Liste steht. Da ist das Engagement in der Stadtvertretung, ihr Einsatz in der kirchlichen Jugendarbeit und nicht zuletzt die Schule. Die soll im nächsten Jahr Fair-Trade-School werden, das hat sie sich fest vorgenommen. Achja, und dann ist da auch noch diese Preisverleihung am 1. November. Ann-Kathrein Gräning ist in diesem Jahr für den Deutschen Bürgerpreis Schleswig-Holstein in der Kategorie U21 nominiert. Da muss sie hin.


 „Ist doch eigentlich nichts Besonderes“, sagt sie. Das bisschen Engagement im Evangelischen Kinder- und Jugendbüro Nordfriesland (EKJB) zum Beispiel – da ist sie seit 2015 dabei, hat hier ihren Jugendgruppenleiter gemacht und organisiert seitdem Veranstaltungen und Seminare. Außerdem ist sie Mitglied des Steuerungsteams und dadurch auch Mitglied der Kirchenkreissynode. Sie ist aktiv in der Arbeitsgemeinschaft Klima, liebt das Upcycling von Abfallprodukten, achtet auf fairen Einkauf und isst aus politischen Gründen überwiegend vegetarisch. „Ich finde halt alles cool, was mit Klima zu tun hat“, sagt sie. Sie steht für Nachhaltigkeit ein und für die Bewahrung der Schöpfung, das sind ihre Themen, und das ist gut so. Als Schulsprecherin der Friedrich-Paulsen-Schule bringt sie jetzt die Zertifizierung zur Fair-Trade-School auf den Weg.

Nichts Außergewöhnliches ist für sie auch ihr Engagement in der Niebüller Stadtvertretung. Als Jugenddelegierte ist sie zu allen Sitzungen eingeladen und wird gerne gehört, wenn es um jugendrelevante Themen geht. So nebenbei bekam sie mit, dass eine Gartenhütte im Stadtpark einen neuen Anstrich brauchte und hatte gleich die Idee: Das wäre doch ein Projekt mit Kindern- und Jugendlichen! Gesagt kein: Mit einer Künstlerin entwickelte sie das Konzept, und dann traf sie sich mit anderen jungen Menschen einige Wochen lang immer nach der Schule im Stadtpark. Entstanden ist etwas wirklich Außergewöhnliches: ein hübsch anzusehendes Häuschen, ein Hingucker, ein kleines Kunstwerk zum Staunen.

Der Deutsche Bürgerpreis steht in diesem Jahr unter dem Motto „Vorausschauend engagiert: real, digital, kommunal“. Mit ihm werden besonders aktive Ehrenamtliche in fünf Kategorien ausgezeichnet. Weil Ann-Kathrein nicht in Grenzen und Schablonen denkt, weil ihr Menschen wichtiger sind als Strukturen, weil sie weiß, wie die Welt sein sollte und noch werden muss und weil sie Herz und Hand einbringt, um die Welt, in der sie lebt zu gestalten, darum wurde sie von der Jury nominiert. Ob sie gewonnen hat, wird sich erst am 1. November entscheiden. Dann fährt sie mit der Familie und einigen Freunden – unter ihnen ist Anna Ihme vom EKJB - nach Kiel zur Preisverleihung. „Es ist auch okay, wenn ich nicht gewinne“, sagt sie und meint es ernst. Ihr Engagement hängt nicht von Auszeichnungen ab. Aber freuen tät sie sich doch.